Heggen II siegt bei Niederlage gegen Halberbracht

Ja, Sie haben richtig gelesen, liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde. Auch wenn das Spiel 0:3 für den Gast, die erste Mannschaft des TuS Halberbracht, ausgegangen ist, sackt Heggens zweite Welle die nächsten drei Punkte ein und baut die Serie an siegreichen Spielen auf atemberaubende 2 (in Worten: Zwei!) Partien aus. Denn am Abend überbrachte die Staffelleitung dem SVH die sensationelle Nachricht. Vergessen Sie Footballleaks, den Skandal um die WM 2006 und den manipulierten Ferrari-Motor: Halberbracht hatte einen gesperrten Spieler eingesetzt! Scheinbar muss der sensationelle Heggener Auftritt der vergangenen Woche bei Halberbracht 2 so furchteinflößend auf die Erstvertretung von der „Ziegenweide“ gewirkt haben, dass man schlichtweg vergessen hat, die fünften gelben Karten aufzuschreiben.

Zum Spiel. Heggen setzte auf eine kompakte Ausrichtung mit lediglich einer Spitze in Person von Timo Hunold. Dieser füllte seine Rolle ähnlich massiv aus, wie die erstmals getragenen neuen Trikots. Zudem begann der ewige Jungbrunnen und Altliga-Coach Peter Schulte auf der zentralen Mittelfeldposition und wirkte mit seinen nachwievor gefühlt maximal 24 Jahren so grazil wie in seinen besten Bezirksligajahren (welche ja auch nur knapp 30 Jahre zurückliegen).


Heggen II startete defensiv diszipliniert, agierte offensiv jedoch äußerst spärlich. Man machte es wie ein Fahrradmonteur, welcher die Dose Fett vergessen hatte:

Man bekam nichts auf die Kette! Halberbracht schaffte es zunächst nicht, den Heggener Defensivverbund zu durchbrechen. Besonders das Duell auf der linken SVH-Seite zwischen Heggens Frankoholländer Steven De Vries und seinem Gegenspieler entwickelte sich zu einem Duell der Marke Mark van Bommel vs. Lionel Messi oder André the Giant vs. Rey Mysterio.

Der fußballerische Fachbegriff „den Mann verteidigen“ wurde zweifelsohne völlig neu definiert. Mit fortlaufender Spielzeit machte es Heggen wie ein Teenie, der zum ersten Mal ein Mädchen angesprochen hat, und gewann mehr Selbstvertrauen.

Mitten in das offener werdende Spiel hinein platzte Halberbrachts Nummer 9 wie ein Saunameister, der endlich Feierabend machen will und verpasste Heggen eine eiskalte Dusche, in Form einer ansehnlichen Einzelaktion mit einem präzisen Abschluss aus halblinker Position. Fortan bedankte sich grün-weiß freundlich für die kühle Erfrischung mittels zweier Ballverluste in der eigenen Hälfte, welche der TuS sogleich zu bestrafen wusste. Zum Pausentee hieß es entsprechend unnötig 0:3 aus Heggener Sicht. Mit Beginn der zweiten Spielhälfte steckte die Daspelelf jedoch keineswegs den vielzitierten Sand in den Kopf und versuchte weiterhin, dem Favoriten aus Halberbracht Paroli zu bieten. Folglich erarbeitete man sich den ein oder anderen Abschluss und es entwickelte sich ein relativ ausgeglichenes Spiel.

Halberbracht schaltete etwas zurück und Heggen nutzte dies zu mehr Ballbesitzphasen. Die beste Chance auf den Ehrentreffer vergab Florian Bischopink, von Fans und Girls auch liebevoll Bischi genannt, nach einem Zuspiel von Justin Luke - gespielt mit einer feineren Klinge, als das Messerset von Tim Mälzer und das Schwert von König Arthur zusammen!

Letztlich blieb Hälfte zwei torlos und man verlor das Spiel mit 0:3, hat aber doch 2:0 gewonnen. Klingt komisch, ist aber so! Sicherlich wird dieses Spiel einen Platz in der nächsten „Die 10 – größten Fußballpannen“ Sendung mit Sonja Zietlow sicher haben – unmittelbar hinter Otto Rehhagels Wechselfehlern und vor der Glanzparade des Tomislav Piplica. Aber gewonnen ist bekanntlich gewonnen und nach dem „wie“ fragt bekanntlich morgen schon keiner mehr - außer in Halberbracht vielleicht.

In der kommenden Woche geht es für Heggens zweite Welle zum Auswärtsspiel bei Kirchhundem II. Mit einem Sieg könnte man womöglich eine beruhigende Distanz zum Tabellenende schaffen. Leider wird man dann, wie auch in den folgenden Wochen, auf Torhüter Jan Tillmann verzichten müssen, welcher sich im gestrigen Spiel eine Mittelhandfraktur zuzog. Get well soon, Tille!


Bericht: Kevin Büdenbender

Fotos: Joshua Böcker


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