Die Zweite spielt 1:1 gegen RWO 2

Es war Punkt 12:15 Uhr, in der ARD hatte soeben der Presseclub die Tagesschau abgelöst, als die letzten der handgezählten 55 Zuschauer das Stadiontor am Heggener Daspel passierten und in lautstarke Jubelströme ausbrachen. Sie hatten eines der begehrten Tickets für das Knallerspiel des 5. Spieltags der Kreisliga C ergattern können! SVH2 gegen RWO2! Selbst Bastian Schweinsteiger ließ es sich im Vorfeld nicht nehmen, zu betonen, dass er sich mit diesen beiden Knallertruppen noch vorbehaltlos identifizieren könne. Leider konnte Basti Fantasti dem Spiel kurzfristig nicht live beiwohnen, da er sich beim Homeworkout ärgerlich am kleinen Zeh verletzt hat.

Was jener Schweinsteiger jahrelang für DFB und FCB war, in etwa das ist Maik Hufnagel für RW Ostentrop/Schönholthausen. Fußballerisches Mastermind, Publikumsliebling, warmherziger Anführer - von erster UND zweiter Mannschaft. Ein Mann, der selbstlos auch 180 Minuten abspult, um seinem Verein zu dienen. Nebenbei ist er jedoch auch SVH-Edelfan und aus diesem Grunde entschied er sich am heutigen Tage dazu, lediglich für RWO2 aufzulaufen, um frühzeitig mit seinen Freunden vom SVH in die dritte Halbzeit starten zu können. Karl-Heinz Rummenigge und die Jugend von heute würden ihn wohl als echten Ehrenmann bezeichnen!

Beide Teams waren mit vier Punkten aus drei Spielen in die Saison gestartet. Wie ein unaufmerksamer Payback-Sammler ließ Heggen II dabei völlig unnötig den ein oder anderen Punkt liegen. Entsprechend motiviert startete man in die Partie.

Entsprechend ereignislos verlief die Partie dann auch in den ersten 30 Minuten. Kurze Zeit später war es dann der heute als Libero aufgestellte Maik Hufnagel, welcher seinen Stürmer mit einem wunderschönen, lang geschlagenen Ball auf die Reise schickte. Ein herrlicher Ball. Ein wunderbarer Ball. Ein Ball, welcher nur schöner gewesen sein könnte, wenn man ihn mit Käse überbacken hätte. Genauso begeisternd war die Parade von SVH-Schnapper Tille-Face, welcher im eins gegen eins die Nerven behielt und den Rückstand bravourös verhinderte.

Diese Chance schien ein Weckruf für Heggen II zu sein, die direkt im Gegenzug ebenso eins gegen eins am Keeper scheiterten. Nur kurze Zeit später segelte eine sehenswerte Hereingabe auf den Fuß von Dennis Berghaus, welcher die Kugel volley knapp neben das Tor setzte.

Es ging leistungsgerecht mit 0:0 in die Halbzeit. Und es ging, unfassbarerweise, auch mit 0:0 in Hälfte zwei!

Halbchancen auf beiden Seiten prägten fortan das Bild. Das Prädikat „kurzweilig“ hatte dieses Spiel fortan nicht verdient.

Bis das Spiel nach 70 Minuten wieder Fahrt aufnahm. Wenige Momente nach einem vermeintlichen Handspiel außerhalb des 16ers, einem daraus resultierenden Freistoß und mehreren Eckbällen, war es RWO-Eckstoß Numero drei, bei welchem plötzlich ein Pfiff des Schiedsrichters ertönte. Handspiel Heggen, Elfmeter RWO. Ein angebliches Handspiel aus einer Distanz, in der nichtmal Keanu Reeves in seiner Paraderolle bei Matrix rechtzeitig hätte ausweichen können. Es half nichts - der Elfer wurde verwandelt und es stand 0:1 aus SVH-Sicht.

Fortan wurden die Angriffe von grün-weiß wütender, ohne jedoch wirklich Gefahr auszustrahlen. Es sah aus wie ein Pitbull, dem selbst die Dritten ausgefallen sind und der fortan sein Körbchen nicht mehr verlässt.

Gebellt wurde jedoch bis zum Schluss und letztendlich konnte man sich belohnen. Ein Freistoß von Timo Rosenbaum (bestens bekannt aus der ZDF-Serie „Die Rosenbaumcops“) segelte tief in den Ostentroper 16er. In einem Gewühl, größer und undurchsichtiger als in Harry S. Morgans Bestseller „Wild und Willig“, war es letztendlich Chri Merola, welcher die Übersicht behielt und zum umjubelten Ausgleich einschob. Letztlich ein gerechtes Ergebnis, auch wenn sich beide Seiten zunächst nicht so richtig freuen konnten. Besonders RWO-Libero MH18 verschob als Reaktion die dritte Halbzeit um aufsehenerregende sieben Minuten, in seiner Zeitrechnung fünf bis sechs Bierlängen.

Beide Mannschaften schrauben damit schiedlich friedlich, Hand in Hand wie Hanni und Nanni, ihr Punktekonto auf sagenhafte fünf. Weiter geht es nächste Woche bei der zweiten Mannschaft von Vatanspor Meggen.


Bericht: Kevin Büdenbender


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